DosEmu

Linux DosEmu

Manchmal ist man auch als Linux Anwender gezwungen, DOS Software zu verwenden. Dabei stört eigentlich nicht, dass es sich um DOS Software handelt, sondern lediglich die Tatsache, dass man dafür zuvor ein paar Handgriffe erledigen muss, um den [LINK:START:281]DosEmu[LINK:END] zu installieren. In meinem Fall handelte es sich um Software zum Mikrorechner-Praktikum an der Fernuni Hagen. Die Software dient dazu, Assembler-Programme für einen alten Rechner mit einem Motorola 6809 Prozessor zu schreiben, zu testen und über die serielle Schnittstelle an diesen Rechner zu übertragen. Erstaunlich war dabei vor allem, dass ich mit der Software nicht unbedingt mehr Probleme zu haben schien, als die Besitzer aktueller Windows-Versionen. Dort fehlt es nämlich fast komplett an der DOS-Basis und damit gibt es eigentlich auch keine echte "DOS-Shell" mehr, wodurch die Möglichkeiten zur Ausführung echter DOS Software stark eingeschränkt sind. Doch nun zu tat geschitten...

Dos Software unter Linux

Installation

Wenn du kein Debian benutzt, kannst du einfach die Pakete (dosemu und freedos?) installieren und dann wird der Emulator sehr wahrscheinlich laufen. Bei Debian tippert man wie üblich ein seichtes Kommando als root ein:

apt-get install dosemu xfonts-dosemu

Doch leider ist damit noch nicht alles getan. Bei der Installation wird man bereits darauf hingewiesen, dass man sich Freedos von Hand nachinstallieren muss. Aus welchen Gründen auch immer. Also holt man sich von [LINK:START:282]ftp://ftp.ibiblio.org/pub/Linux/system/emulators/dosemu[LINK:END] das Archiv dosemu-freedos-bin.tgz. Dann folgt man genau den Schritten, die in der Datei /usr/share/doc/dosemu/README.Debian beschreiben sind:

cd /usr/lib
mkdir -p dosemu freedos
ln -s ../freedos dosemu
tar zxf /pathto/dosemu-freedos-bin.tgz dosemu/freedos
chown -R root.root freedos
chmod -R og=rX freedos
rm dosemu/freedos

Diese sind selbstverständlich als User root auszuführen. Danach sollte bei Eingabe von "dosemu" auf der Konsole bzw. von "xdosemu" unter X eine passende DOS Eingabeaufforderung erscheinen. Falls nicht, macht es Sinn zu überprüfen, ob man als normaler User auch tatsächlich die Verzeichnisse /usr/lib/dosemu und /usr/lib/freedos lesen kann.

Konfiguration

Die systemweite Konfigurationsdatei ist /etc/dosemu/dosemu.conf. Dort kann man beispielsweise den Eintrag

$_com1 = ""

nach

$_com1 = "/dev/ttyS0"

ändern. Danach steht die serielle Schnittstelle beispielsweise für Datenübertragungen zur Verfügung. Will man unter DOS ein anderes Gerät benutzen (z.B. ein Modem), welches an der seriellen Schnittstelle hängt, dann gibt man eben die dafür passende Gerätedatei an. "/dev/ttyS0" ist dabei die erste und "/dev/ttyS1" die zweite serielle Schnittstelle.

Es gibt aber auch eine [LINK:START:284]Website[LINK:END], die einem die Tipperei bei der Konfiguration erleichtert. Man muss die erzeugte Datei unter dem Namen "dosemu.conf" nur noch an die passende Stelle als /etc/dosemu/ kopieren.

Installation von DOS Software

Sofern es sich um eine Installation von Diskette handelt, trägt man das Floppy-Laufwerk in die Konfigurationsdatei ein, was bei Debian bereits der Fall ist. Dann kann das Floppy-Laufwerk wie gewohnt unter DOS angesprochen werden, sofern der User root den DosEmu gestartet hat. Das DOS ist nun so eingerichtet, dass man als normaler User nicht darin herum pfuschen kann. Das ist auch gut so. Sinnvoll ist es daher, sich in seinem Heimatverzeichnis ein Unterverzeichnis für DOS Software anzulegen und die Software dorthin zu installieren. Beim Start von "dosemu" wird das eigene Heimatverzeichnis unter dem Laufwerksbuchstaben D mit der Option "-home" eingebunden.

Start von DOS Anwendungen aus dem Desktop-Menü heraus

Für eine DOS Anwendung will man zumindest beim Programmstart den gleichen Komfort wie bei einer gewöhnlichen Linux Anwendung haben. Mit Hilfe der Kommandozeile kann man erreichen, dass beim Start von DosEmu eine vorgegebene Abfolge von Kommandos quasi von Geisterhand eingetippt wird, um so das gewünschte Programm zu starten. So wird mit dem Aufruf von

xdosemu -home -I 'keystroke " d:/dos/programm.exe\r"'

unter X der DosEmu gestartet und das Programm "programm.exe" im Verzeichnis $HOME/Dos ausgeführt. Man sollte dabei im Auge behalten, dass Dos nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheidet. Das Verzeichnis könnte also auch $HOME/DOS heißen. Die Zeichenfolge "\r" steht in diesem Fall für das Drücken der Return-Taste. Das Leerzeichen am Anfang des Kommandos sollte man nicht vergessen, weil sonst das erste Zeichen verschluckt wird. Selbstverständlich kann man auch mehrere Kommandos mit jeweils einem abschließenden "\r" aneinander reihen.

Weiterführende Dokumentation

Zu DosEmu gibt es Dokumentation en masse. Unter [LINK:START:283]http://resmedicinae.sourceforge.net/manuals/apw_linux/[LINK:END] findet man beispielsweise deutschsprachige Anleitungen zur Installation verschiedener DOS-Versionen im DosEmu unter Linux. Interessanterweise handelt es sich um eine Dokumentation zur Verwendung medizinischer DOS Software unter Linux. Auch beim Linux-Magazin und beim Linux-User wird man fündig, wenn man nach "DosEmu" sucht. Informationen zu FreeDos findet man unter anderem auf der entsprechenden [LINK:START:285]Homepage[LINK:END].

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