Kurztipp: Speichertest

Linux Speichertest

Wenn man einen neuen Rechner oder Speicher kauft interessiert die Qualität des Speichers genauso wie bei einem Rechner, der wichtige Aufgaben übernimmt. Kommt es zu unerklärlichen Abstürzen, kann ein Speichertest vielleicht das Rätsel lösen. Hier wird eine einfache Möglichkeit vorgestellt.

Auf der [LINK:START:142]Memtest86 Website[LINK:END] kann man ein Speichertest-Programm herunterladen. Man sollte dabei die neueste Version nehmen. So habe ich das zur Zeit aktuelle Paket memtest86-3.2.tar.gz genommen. Stör dich aber nicht an der Versionsnummer im Archiv-Namen. Um das Archiv zu entpacken, tippst du einfach

tar xzvf memtest86-3.2.tar.gz

ein und wirst sehen, dass ein neues Verzeichnis "memtest86-3.2" erzeugt wurde. Dann gibst du einfach

cd memtest86-3.2
make

ein und schon wird das Progi übersetzt und eine Image-Datei namens "memtest.bin" erzeugt. Sollte das nicht funktioniert haben, ist zunächst mal sicher zu stellen, dass du Programme wie "make" und "gcc" installiert hast. Ansonsten kann man nun auf zwei verschiedene Weisen fortfahren.

Memtest von Lilo aus starten

Eine recht nette Möglichkeit ist es, Memtest mit Lilo zu starten. Dazu kopiert man die Datei "memtest.bin" als root nach /boot:

cp memtest.bin /boot

und fügt dann in der Datei /etc/lilo.conf die Zeilen

image=/boot/memtest.bin
label=Speichertest

hinzu. Danach muss man noch (ebenfalls als root) lilo neu starten:

/sbin/lilo

Sollten dabei keine Fehlermeldungen aufgetreten sein, kannst du nun als zusätzliche Option beim Starten deines Rechners "Speichertest" auswählen und damit Memtest starten.

Memtest von Diskette starten

Dies hat den Vorteil, dass man seinen Speichertest mitnehmen kann, um ihn z.B. beim örtlichen Computer Händler an dem zu erstehenden Rechner anzuwenden. Nachdem man sich mit "su" als root eingeloggt und eine Diskette in das erste Floppy-Laufwerk eingelegt hat, gibt man einfach

dd if=memtest.bin of=/dev/fd0

ein. Um dann den Speichertester von der Diskette zu starten, musst du in der Regel deine BIOS Boot-Optionen ändern. Da nicht alle BIOS-Versionen gleich sind, kann ich dazu nicht viel mehr sagen, als dass es sinnvoll ist, das Handbuch des Mainboards zu Rate zu ziehen.

Memtest von CD-Rom starten

Man kann auch ein ISO-Image herunterladen, welches dann auf eine CD-Rom gebrannt werden kann. Memtest kann somit auch auf Rechnern ganz ohne Festplatte und Floppy-Laufwerk genutzt werden, um den Speicher zu testen. Die CD-Rom wird einfach wie ein Rettungs-Linux oder andere bootbare CD-Roms gestartet. Dafür ist lediglich eine passende Einstellung des BIOS notwendig, die man im Handbuch seines Rechners nachschlagen kann.

Das ISO-Image kann in gepackter Form von der [LINK:START:142]Homepage[LINK:END] herunter geladen werden. Dabei steht das Windows übliche *.zip Format und das bei Linux häufig gebrauchte *.gz Format zur Verfügung. Die entsprechenden Dateien können mit

unzip memtest86-3.2.iso.zip

oder

gunzip memtest86-3.2.iso.gz

entpackt werden. Heraus kommt eine Datei namens memtest86-3.0.iso, die mit einem Brennprogramm nach belieben auf eine CD-Rom gebrannt wird. Unter Linux stehen dafür diverse Oberflächen wie gcombust, cdbakeoven, gtoaster oder cdrtoaster zur Verfügung. Sie setzen meist auf cdrecord auf, welches das eigentliche Brennen der CD besorgt.

Aussagekraft

Wie auch auf der Website dieser Software beschrieben, kann man damit vor allem guten Speicher verifizieren. Oder anders gesagt: Wenn das Programm Fehler findet, heißt das nicht, das der Speicher unbrauchbar ist, denn es werden implizit auch Mainboard und Prozessor mit getestet. Oft liegen die Fehler auch bei einzelnen Bits in großen Modulen, so dass man auch keine Aussage darüber machen kann, ob die Speicherfehler wirklich zu einem Programm-Absturz führen müssen. Andererseits kann man ja die Stabilität verschiedener Rechner und die Ergebnisse beim Speichertest vergleichen und sollte zumindest skeptisch werden, wenn ein Rechner, der nicht stabil läuft, überdurchschnittlich viele Speicherfehler aufweist. Da lohnt sich zumindest der Test-weise Austausch des Speichers. - In diesem Sinne: Viel Spaß beim Testen!

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