S.M.A.R.T. Festplattendiagnose einrichten

Linux S.M.A.R.T. Festplattendiagnose einrichten

Heutige Festplatten kommen von Haus aus mit Diagnoseeinrichtungen daher. Leider werden diese so gut wie nie genutzt und statt dessen ärgert sich der Linuxer, dass die Platte kaputt und die Daten hin sind. Mit den besagten Diagnosemöglichkeiten kann man die Vorwarnzeit deutlich verlängern und hat somit Zeit, ein Backup zu machen.

Den hier vorgestellten smartd habe ich sowohl bei Suse Linux, als auch mit Debian ausprobiert. Ich empfehle zuerst alles zu lesen und erst dann zu basteln. Eine Installation der smartmontools aus den von der [LINK:START:364]Projekt Homepage[LINK:END] verfügbaren Quellen habe ich noch nicht ausprobiert.

Installation bei Suse Linux

Das Paket smartmontools installiert man wie bei Suse üblich über yast2 (grafisch) oder eben yast (textbasiert). Das Paket befindet sich (zumindest bei Version 9.1) in der Kategorie Hardware - andere, wo man sicherlich als erstes suchen würde. ;-) Im Zweifelsfall kann man aber auch die Suchfunktion für Pakete bemühen. Die Abhängigkeiten werden von yast automatisch berücksichtigt.

Installation bei Debian

Wer noch ein woody auf der Platte hat, der besorgt sich das Paket besser von [LINK:START:365]backports.org[LINK:END] oder von einem [LINK:START:366]Server der Uni Konstanz[LINK:END]. Letzteres Paket hängt von der libc6 und sysvinit ab, das von backports.org nur von der libc6. Hier sollten aber keine Probleme entstehen. Das Paket kann man dann z.B. mit

dpkg -i smartmontools_5.26-2.agx0_i386.deb

installieren. Bei Debian sarge reicht ein

apt-get install smartmontools

um die entsprechenden Programme zu installieren.

Konfiguration des smart Dämon

Bei einem stinknormalen Desktop-Rechner dürfte es im Prinzip ausreichen, wenn man bei jedem Systemstart einmal eine Meldung zu Gesicht bekommt, die einem sagt, ob denn nun die Festplatten im Rechner in Ordnung sind, oder eben nicht. Denn schließlich geht man davon aus, dass der Rechner eher häufiger gestartet wird und dann jedesmal nicht so lange läuft (also sagen wir mal weniger als 24 Stunden). Wer es sich besonders einfach machen will, der sichert erstmal die mitgelieferte Konfigurationsdatei

mv /etc/smartd.conf /etc/smartd.conf.bak

und teilt dem smart [GLOSS:Dämon] mit, dass er einfach nach Festplatten suchen soll, die entsprechende Diagnosen unterstützen:

echo "DEVICESCAN" > /etc/smartd.conf

Wer aber lieber seine Festplatten direkt angibt, der schreibt für jede Festplatte folgendes in die Konfigurationsdatei /etc/smartd.conf:

/dev/hda -a -o on -S on \
       -I 194 -I 231 -I 9 

Die erste Zeile besagt hier, dass hier die für eine IDE-Festplatte typischen Tests (-a) durchgeführt werden sollen, wobei die Festplatte Selbsttests durchführen (-o on) und statistische Daten speichern soll (-S on). Bestimmte Werte sollen dabei ignoriert werden (-I ...). Genaueres hierzu findet man bei Eingabe von

man smartd.conf

Sehr interessant ist auch das Feature, sich eine eMail schicken zu lassen, wenn es Probleme mit einer Festplatte gibt. Will man diese Möglichkeit nutzen, ist allerdings die Installation und korrekte Konfiguration eines [GLOSS:MTA] auf dem Rechner nötig. Es wird dabei eine ausführbare Datei namens sendmail erwartet oder zumindest ein symbolischer Link auf einen Sendmail-Wrapper. Wer kein Sendmail hat, der kann auch mit Hilfe von Scripten arbeiten. Dies wird in der Manpage von smartd erklärt. Man kann die obige Konfiguration wie folgt erweitern

/dev/hda -a -o on -S on \
       -I 194 -I 231 -I 9 \
       -m jens@localhost \
       -M daily

wobei die Option "-M daily" besagt, dass im Fehlerfalle jeden Tag eine neue Mail verschickt werden soll, denn besser ist das. Eine solche Konfiguration kommt aber eher für Server in Frage oder für Desktop-Rechner, die von Haus aus einen MTA haben. Für einen Desktop-Rechner dürfte eine entsprechende Meldung beim Start ausreichen, sofern sie nicht von einem schicken Gecko (?) mit Fortschrittsbalken verdeckt wird.

Zum Testen der Konfiguration ist der Aufruf von

smartd -q onecheck

sehr hilfreich. Damit kann man vor allem testen, ob tatsächlich eine Mail verschickt wird.

Initscript bei Suse

Bei Suse kann man mit

/etc/init.d/smartd start

bzw.

/etc/init.d/smartd stop

den smart Dämon starten bzw. anhalten. Soll der smartd bei jedem Systemstart aufgerufen werden, dann muss man

chkconfig --add smartd

als root aufrufen. Gibt es ein Problem mit den Festplatten durch eine entsprechende Diagnose, dann findet man in /var/log/messages einen warnenden Eintrag.

Initscript bei Debian

Bei Debian muss man noch in der Datei /etc/default/smartmontools bei der Zeile

start_smartd=yes

das Kommentarzeichen "#" am Anfang entfernen. Danach kann der Dämon mit

/etc/init.d/smartmontools start

bzw.

/etc/init.d/smartmontools stop

gestartet bzw. gestoppt werden. Wenn der smartd standardmäßig gestartet werden soll, muss man als root im Verzeichnis /etc/init.d das Kommando

update-rc.d smartmontools defaults

aufrufen. Wer bei Debian noch ein paar weitere Einstellungen vornehmen will, der sollte sich die Datei /etc/default/smartmontools nochmal genauer anschauen. Auch hier wird bei entsprechend negativer Diagnose der Festplatten ein Log-Eintrag erzeugt. Bei Debian dürfte dieser in /var/log/syslog zu finden sein.

Sach doch watt Paule...

Wer nun meint fertig zu sein, der ist sicherlich glücklich - ich bin es auch. Aber ich habe noch für jede Festplatte eine entsprechende Gesundheitsabfrage in das Initscript bei dem Eintrag "start)" geschrieben:

echo "smartctl -H /dev/hda:"
smartctl -H /dev/hda

so bekommt man nicht nur keine besondere Meldung wenn nichts los ist, sondern sogar eine Meldung, dass alles in Ordnung ist, wenn alles in Ordnung ist. Steht in der Ausgabe statt PASSED ein FAILED, dann ist ein Backup und der Austausch der Festplatte angebracht. Zumindest für das Backup eignet sich natürlich [DOC:START:236]Partimage[DOC:END] ganz hervorragend.

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